Willkommen auf Eigene-Cloud-einrichten.de, einem der führenden deutschen Portale zur Information über eine eigene, private Cloud.

Es gibt ganz unterschiedliche Wege, wie Sie zu Ihrer eigenen Cloud kommen können:

  1. Cloud für unter 100 € zu Hause: Sie folgen der Anleitung auf dieser Seite und wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt wie Sie mit technischem Grundwissen einen Raspberry Pi als Cloud-Server einrichten - mit der Cloud-Software Ihrer Wahl (z.B. Nextcloud)
     
  2. Fertig eingerichteter Cloud-Server für zu Hause: Sie wollen gerne einen kleinen Cloud-Server für zu Hause ohne Einrichtungsaufwand? Erfahren Sie mehr über alternative Cloud-Hardware
     
  3. Dropbox Alternativen/Cloud-Hoster: Der Cloud-Server soll lieber nicht zu Hause stehen? Verschaffen Sie sich einen Überblick über Cloud-Hoster, bei denen ein monatlicher Betrag fällig wird
     
  4. Lösungen für Unternehmen: Es soll keine private Cloud werden? Professionelle Cloud-Hoster für Unternehmen haben wir auch für Sie zusammengestellt

Sie haben sich also für die private Cloud entschieden? In diesem ausführlichen Artikel werden wir uns intensiv mit der Einrichtung eines kleinen Servers beschäftigen, sodass Sie schon bald Ihren eigenen Cloud-Server zu Hause stehen haben können. Natürlich reden wir auch über die Vor- und Nachteile einer eigenen, privaten Cloud.

Häufig gestellte Fragen rund um eine eigene Cloud und die entsprechenden Antworten finden Sie in unserer FAQ.

Inhaltsübersicht

  1. Was ist eine Cloud?
  2. Vor- und Nachteile einer eigenen Lösung
  3. Einrichtung einer eigenen Lösung
    1. Voraussetzungen
    2. Einmalig benötigt
    3. Raspberry Pi als Cloud-Server verwenden
      1. Betriebssystem kopieren
      2. Den Raspberry Pi einrichten
      3. Webserver einrichten
      4. Port-Freigabe & Dynamisches DNS
      5. SSL-Verbindung einrichten
      6. MySQL-Datenbank einrichten
      7. Cloud-Software
    4. Alternativen
  4. Fazit

1. Was ist eine Cloud?


Was meint man eigentlich, wenn man von "Cloud" spricht? Foto: Julia Timm - Fotolia.com

Womöglich wissen Sie noch gar nicht, was eine Cloud überhaupt ist. Deshalb möchte ich Ihnen das zuerst erklären.

Der Begriff "Cloud" steht für eine Abkürzung des sogenannten Cloud Computing, das sich in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit erfreut.

Die Cloud kann zahlreiche unterschiedliche Dienstleistungen beherbergen. Hierbei handelt es sich um abstrakte Struktur, schließlich ist dem Nutzer nicht bekannt (und ist es für ihn auch nicht relevant) wie viele Server in dieser Wolke für ihn arbeiten. Wenn Sie etwas in der "Cloud" speichern, verwenden Sie einen Service, der mit den Servern Ihres Anbieters kommuniziert und die Daten dort ablegt. Mehr erfahren Sie in dem Artikel: Was ist eine Cloud?

Auf dieser Seite sprechen wir häufig von Ihrer eigenen Cloud. Es soll dabei nicht darum gehen, selbst ein großes Server-Netzwerk aufzubauen, um verschiedene Prozesse durchzuführen. Wenn Sie sich dieses Tutorial durchlesen, sollte Ihr Wunsch sein, einen eigenen kleinen Server einzurichten, sodass Sie ihre Daten darauf bequem speichern und synchronisieren können. Es geht uns also nur den Speicherplatz in einer Cloud.

2. Vor- und Nachteile einer eigenen Cloud

Die großen Anbieter, wie z.B. Dropbox, Google Drive, iCloud & Co., verfügen über zahlreiche Server und beherbergen die Dateien von Millionen von Nutzern. Doch damit entstehen auch einige Probleme.

Wie können Sie sicher sein, dass Ihre Dateien dort nicht von anderen eingesehen werden? Wie können Sie den Zugriff von Geheimdiensten auf Ihre sensiblen Dokumente verhindern, wenn Sie keine Kontrolle über die Server haben?

Die kurze Antwort auf diese Fragen lautet: Leider (fast) gar nicht. Sie müssen sich auf diese Anbieter verlassen. Das fällt schwer. Insbesondere dann, wenn Google, Dropbox & Co. Ihre Server in den USA oder als US-amerikanisches Unternehmen betreiben.

Die Bevölkerung ist sensibler im Umgang mit Ihren Daten geworden, seit bekannt wurde, dass US-Behörden etwa durch das sog. PRISM-Programm auf die Server von großen IT-Unternehmen, die in den USA angesiedelt sind, zugreifen können. Viele der größeren Cloud-Anbieter sitzen in den USA: Google mit Google Drive, die Dropbox, Microsoft mit SkyDrive, Apple mit iCloud und viele weitere. Dort abgelegte Dateien sind häufig nicht verschlüsselt.

Vieles auf dieser Welt hat seinen Wert und seinen Preis. Daher sollten Sie sich auch immer fragen, wie ein Cloud-Dienst die gigantischen IT-Infrastrukturen finanzieren kann. Es mag - auch US-amerikanische - Dienste geben, die Ihre Daten schützen und die ab einer gewissen Speichermenge kostenpflichtige Tarife anbieten. Es gibt aber genau so Dienste, die sich für Ihre Daten interessieren - das können sowohl Cloud-Dienstleister als auch Geheimdienste sein.

Mal angenommen, Sie speichern in Ihrem Cloud-Account private Bilder, Erinnerungen und Dokumente, die Sie zur Ausführung Ihrer Arbeit benötigen. Möchten Sie es wirklich hinnehmen, dass ein Cloud-Dienst oder ein Geheimdienst auf diese Daten zugreifen kann? Fühlt es sich nicht besser an, wenn Sie wissen, dass Ihre Daten auch physikalisch bei Ihnen im eigenen Haus lagern? Sollte es nicht so sein, dass Sie die volle Kontrolle über Ihre eigenen Daten haben?

Wenn Ihr eigener Cloud-Service Sie Hunderte von Euro kosten würde, dann wäre er wohl keine ernsthafte Alternative. Doch dem ist nicht so. Mit einer der hier vorgestellten eigenen, privaten Cloud können Sie sogar Geld sparen gegenüber Online Cloud Dienstleistern.

Ich habe einmal alle Vorteile dieser Lösung für Sie zusammengetragen:

Nachteile einer eigenen Cloud

Doch sollten Sie auch der Nachteile bewusst sein, die eine eigene Cloud bietet:

Sie sind von den Vorteilen Ihrer eigenen Cloud überzeugt oder zumindest neugierig? Dann will ich Ihnen jetzt zeigen, wie Sie Ihre eigene Cloud aufbauen können, und was Sie dafür benötigen.

3.1 Die Voraussetzungen

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein:

3.2 Einmalig benötigt

Egal für welches Server-System Sie sich entscheiden, Sie brauchen für die Konfiguration und Einrichtung einmalig und für nur einige Minuten die folgenden Dinge:

3.3 Raspberry Pi als Cloud-Server verwenden

Bei dem Raspberry Pi* handelt es sich um einen kleinen und minimalistischen Computer. Er ist zwar längst nicht so leistungsstark wie ein handelsüblicher Rechner, kostet aber weniger als 50 Euro und reicht als einfacher Cloud-Server vollkommen aus. Zusammen mit dem anderen Zubehör kommen Sie auf etwa 100 Euro.

Im Folgenden finden Sie eine Übersicht, der Produkte, die Sie benötigen werden. Per Klick auf den Kaufen-Button können Sie diese Produkte bei Amazon.de erwerben.

In jedem Fall werden Sie den Raspberry Pi, ein passendes Gehäuse und das entsprechende Netzteil benötigen:

Natürlich benötigen Sie auch noch etwas Speicher für Ihre Cloud. Das Raspberry Pi-Betriebssystem benötigt etwa 8 GB. Um die notwendige Speicherkarten-Größe zu berechnen, gilt folgendes: 8 GB + Ihr gewünschter Cloud-Speicher = Speicher-Karten-Größe.

Benötigen Sie mehr als 55 GB Cloud-Speicher, sollten Sie auf eine externe Festplatte - mit eigenem Lade-Kabel - setzen. Dann benötigen Sie nur eine 8 GB microSD-Karte. Legen Sie dann bei der Installation der Cloud-Software statt /var/www/cloud ein Verzeichnis auf dieser Festplatte, z.B. /media/festplatte/cloud, fest. Eine Anleitung dazu finden Sie beispielsweise hier (auch optionalen Schritt 6 ausführen und am Ende mit den Befehlen chown und chmod die Rechte, wie unter 3.3.5, setzen).

Bei der microSD-Karte gilt: Je höher die Schreib- und Lesegeschwindigkeit ist, desto schneller kann Ihre Cloud Dateien verarbeiten.

Falls Sie keine microSD-Karte in der entsprechenden Größe haben, sollten Sie sich eine bestellen. Außerdem wird ein LAN-Kabel benötigt. Hier zwei Vorschläge, falls Sie eines der beiden Produkte noch nicht haben:

Die bestellten Artikel sind da? Gut, dann kann es los gehen.

3.3.1 Betriebssystem kopieren

Rufen Sie diese Internetseite auf. Wählen Sie Raspbian und anschließend Raspbian Stretch Lite aus. Per Klick auf "Download ZIP" downloaden Sie die Datei.

Verbinden Sie das SD-Karten-Lesegerät mit Ihrem PC und stecken Sie die bestellte SD-Karte in den entsprechenden Slot. Die Karte sollte nun von Ihrem PC erkannt werden.

Überprüfen Sie das Dateisystem der SD-Karte. Unter Windows rufen Sie dafür "Computer" auf und klicken mit der rechten Maustaste auf "Wechseldatenträger" (wenn es mehrere Einträge gibt, sollten Sie prüfen, welcher mit dem Einstecken Ihrer SD-Karte hinzugekommen ist). Per Klick auf "Eigenschaften" werden Ihnen Informationen über die Karte angezeigt. Wenn dort "Dateisystem: FAT32" steht, können Sie den nächsten Absatz ignorieren.

Sollte bei Ihnen ein anderes Dateisystem stehen, so schließen Sie das Fenster "Eigenschaften von Wechseldatenträger" und klicken Sie noch einmal mit der rechten Maustaste auf den Eintrag "Wechseldatenträger". Klicken Sie nun "Formatieren..." und wählen Sie unter Dateisystem "FAT32". Mit Klick auf "Starten" wird mit der Formatierung begonnen. Sobald der Vorgang abgeschlossen ist, können Sie fortfahren.

Screenshot: Image Writer für WindowsDownloaden und installieren Sie den Image Writer for Windows. Starten Sie die .exe Datei per Doppelklick. Nun öffnet sich das Programm Fenster. Sollte es zu Problemen  kommen, starten Sie das Programm per Rechtsklick auf "Als Administrator ausführen".

Klicken Sie auf den mit "1."-gekennzeichneten Button, und wählen Sie die in Schritt 1 heruntergeladene Datei aus. Geben Sie unter "2." den Laufwerkbuchstaben Ihrer microSD-Karte an und klicken Sie anschließend auf "Write" ("3.").

Das Betriebssystem wird nun auf die microSD-Karte geschrieben. Das kann eine Weile dauern. Sollten Sie vorher noch einen Hinweis zu sehen bekommen, so bestätigen Sie und fahren Sie fort.

Wenn Sie einen Mac verwenden, läuft es etwas anders ab. Dieses auf Youtube veröffentlichte Video-Tutorial zeigt Ihnen, wie Sie die microSD-Karte formatieren können. Außerdem können Sie zum Beispiel diesen Image Writer verwenden, um an Ihrem Mac die microSD-Karte zu beschreiben.

3.3.2 Den Raspberry Pi einrichten

Wenn Sie die Hülle geöffnet haben, sollten Sie, wie hier beschrieben, zunächst die microSD-Karte in den Schlitz auf der Unterseite einführen. Nun können Sie den Raspberry Pi vorsichtig in der Hüllenunterseite verankern und die Oberseite der Hülle darüber stülpen.

Verbinden Sie das HDMI-Kabel mit dem Raspberry Pi und Ihrem HDMI-Monitor. Nutzen Sie außerdem einen der USB-Slots, um eine schnurgebundene Tastatur anzuschließen. Außerdem sollten Sie ein Ende des LAN-Kabels mit Ihrem Router (z.B. Fritz!Box) und das andere mit dem Raspberry Pi verbinden.

Wenn Sie das getan haben, kann es losgehen. Stecken Sie das Netzteil in die Steckdose und verbinden Sie das andere Ende mit dem dafür vorgesehenen Anschluss am Raspberry Pi. Dieser schaltet sich nun automatisch an.

Sie werden nun nach den Login-Daten gefragt. Geben Sie "pi" als Benutzer und anschließend "raspberry" als Passwort an. Bitte beachten Sie dabei, dass die Tastatur-Einstellungen in der Regel nicht für den deutschsprachigen Raum voreingestellt ist. So sind unter Umständen "z" und "y" auf Ihrer Tastatur vertauscht. Dann müssen Sie "raspberrz" als Passwort eingeben und auch bei anderen Sonderzeichen (wie z.B. "-") etwas rumprobieren.

Geben Sie den folgenden Befehl ein, um das Konfigurationstool aufzurufen:

sudo raspi-config

Raspberry Pi: Screenshot des KonfigurationstoolsNun sollte die folgende Oberfläche (siehe Abbildung) erscheinen. Hier können Sie nun einige Einstellungen vornehmen.

1. Wir ändern zunächst die Spracheinstellung. Wählen Sie mit den Pfeiltasten "4 Localisation Options" aus und bestätigen Sie mit der [Enter]-Taste. Anschließend wählen wir den Menüpunkt "Change locale" und bestätigen eventuelle Nachfragen mit der [Enter]-Taste. Mittels Pfeiltasten wählen Sie die Option "de_DE.UTF-8 UTF-8" an, wählen diese mit der [Leertaste] aus und bestätigen mit [Enter]. Auf Nachfrage wählen Sie diese Option auch als Standardoption.

Die Menüeinträge werden Ihnen eventuell jetzt schon auf Deutsch angezeigt. Beachten Sie daher die Zahlen links neben den Einträgen, wenn Sie dieser Anleitung folgen.

2. Als nächstes passen wir das Tastatur-Layout an. Rufen Sie dafür erneut Menü 4 auf und dieses Mal I3. Wählen Sie - ggf. durch probieren - den passenden Eintrag für Sie aus und bestätigen Sie.

3. Ist der Vorgang abgeschlossen, können Sie das Benutzer-Passwort ändern. Wählen Sie Menü 1 aus und drücken Sie 2x [Enter]. Sie werden nun nach einem neuen Passwort gefragt. Denken Sie sich ein sicheres Passwort aus oder nutzen Sie einen Passwort Generator. Geben Sie Ihr Passwort ein (möglichst ohne Umlaute, z und y). Lassen Sie sich nicht davon irritieren, dass während der Eingabe nichts passiert. Wenn Sie fertig sind bestätigen Sie mit [Enter], geben das Passwort erneut ein und bestätigen nochmals mit Enter. Beim Anzeigen der Meldung drücken Sie noch einmal die [Enter]-Taste.

4. Es fehlen noch einige sonstige Einstellungen. Starten Sie jetzt die "7 Advanced Options" und wählen Sie "Expand Filesystem". Die Bestägigung schließen Sie mit [Enter]. Gehen Sie nochmals in das Menü 7 und rufen Sie "A3 Memory Split" auf. Geben Sie anschließend 16 ein und bestätigen Sie mit [Enter]. Gehen Sie nun in das Menü 5, wählen Sie "P2 SSH" aus und wählen Sie mit den Pfeiltasten die Option "Yes" (oder: Enable/Ja) und fahren Sie mit [Enter] fort.

Navigieren Sie mit den Pfeiltasten oder per [Tab]-Taste zu dem Eintrag "Finish" und drücken Sie [Enter].

Geben Sie das folgende Kommando ein, um den Pi neu zu starten:

sudo shutdown -r

Nach dem Booten werden Sie nach dem Benutzernamen ("pi") und Ihrem neuen Passwort gefragt. Geben Sie zuerst den Benutzernamen ein, bestätigen Sie mit Enter und machen Sie schließlich das gleiche bei der Eingabe des Passworts (beachten Sie eventuell ein abweichendes Tastatur-Layout).

Zunächst wollen wir den Raspberry Pi auf den neuesten Stand bringen, geben Sie dafür das Kommando ein:

sudo apt-get update && sudo apt-get upgrade

Sollten Sie auf Englisch gefragt werden, ob Sie fortfahren wollen, so drücken Sie einfach [Enter]. Möglicherweise müssen Sie sich nun eine Weile gedulden.

3.3.3 Webserver einrichten

Damit Ihr Raspberry Pi und damit auch Ihre Cloud PHP-Skripte ausführen kann und über das Internet erreichbar ist, müssen Sie zunächst einen Webserver einrichten. Wir verwenden hierfür nginx.

sudo apt-get install nginx php7.0-fpm php7.0-mysql mysql-server

Sobald Sie gefragt werden, ob Sie fortfahren möchten, bestätigen Sie durch Drücken der Enter-Taste.

Eventuell wird Ihnen bereits im Rahmen der Installation ein blaues Fenster angezeigt, indem Sie ein Datenbank-Passwort setzen können. Geben Sie ein sicheres Passwort ein und notieren Sie es. Falls notwendig, geben Sie es anschließend erneut ein. Weiter geht es dann mit der ([Tab] und) [Enter]-Taste.

Anschließend installieren Sie durch Eingabe dieses Befehls noch einige benötigte Pakete. Darunter ist auch der Editor vim, mit dem Sie Dateien bearbeiten können. Wenn erforderlich, bestätigen Sie auch hier eventuelle Nachfragen mit Hilfe der Enter-Taste.

sudo apt-get install php-pear php7.0-xml php7.0-cli php7.0-gd php7.0-intl php7.0-curl vim openssl

Öffnen Sie die PHP-Konfigurationsdatei mit dem folgenden Befehl, damit auch bei zukünftigen Updates weniger Änderungen notwendig sind:

sudo vi /etc/php/7.0/fpm/pool.d/www.conf

Sie sollten durch Scrollen mit den Pfeiltasten einen "listen"-Zeile ohne ";" davor finden. Ändern Sie die Zeile gegebenenfalls ab (zB von "listen = /var/run/php7.0-fpm.sock"), sodass sie wie folgt aussieht:

listen = 127.0.0.1:9000

Durch [Einfg] können Sie die Zeile entsprechend bearbeiten. Drücken Sie anschließend [Esc], geben Sie ":wq" (=Schließen und Speichern) ein und drücken Sie [Enter] um die Datei zu speichern.

3.3.4 Port-Freigabe & Dynamisches DNS

Damit sichergestellt ist, dass Sie von außen auf Ihren Server zugreifen können, müssen Sie in Ihrem Router eine sogenannte Port-Freigabe einrichten. Dies unterscheidet sich von Router zu Router. Zunächst müssen Sie jedoch Ihre IP-Adresse kennen. Geben Sie dafür auf dem Raspberry Pi folgendes ein:

ifconfig

Irgendwo in der Ausgabe wird so ein ähnlicher Eintrag zu finden sein: "inet Adresse:192.168.178.47". Das Unterstrichene, in Ihrem Fall sieht das vermutlich anders aus, ist Ihre lokale IP-Adresse.

Richten Sie jetzt auf Ihrem Router eine (HTTPS)-Port-Freigabe (TCP) für den Eingangsport 443, Ausgangsport 443 und den Rechner mit Ihrer lokalen IP-Adresse ein. Je nach Router-Modell ist dies unterschiedlich, hier Anleitungen für einige Router:

In der Regel werden Sie eine dynamische IP-Adresse haben. Ihre IP wird sich also regelmäßig ändern. Deshalb müssen Sie einen sogenannten dynamischen DNS-Anbieter auswählen. Wählen Sie einfach einen von diesen Anbietern aus:

Melden Sie sich nun bei einer dieser Seiten für einen kostenlosen Tarif an. Dort werden Sie einen sogenannten Hostnamen anlegen, z.B. "muellercloud.twodns.de". Über diesen Namen ist Ihre Cloud später erreichbar. Auf der Seite des dynamischen DNS-Anbieters werden Sie häufig auch Informationen vorfinden, um diesen Anbieter in Ihrem Router einzurichten.

Dort stehen keine Informationen dazu? Dann probieren Sie es mal über das Administrationsmenü Ihres Routers (bei der Fritz!Box "fritz.box" im Browser eingeben) und suchen dort nach "Dynamisches DNS". Haben Sie einen solchen Menüpunkt gefunden, geben Sie dort ggf. Ihre Login-Daten und Ihren Host-Namen ein.

Sobald Sie sich sowohl bei einem Anbieter registriert als auch diesen korrekt in Ihrem Router eingerichtet haben, können wir mit dem nächsten Schritt fortfahren.

3.3.5 SSL-Verbindung einrichten

Nun sind Sie fast am Ende dieses Tutorials angekommen. Nach den nächsten zwei Schritten werden Sie einen korrekt konfigurierten, kleinen Server eingerichtet haben. Zunächst aber müssen wir noch dafür sorgen, dass Sie Ihre Dateien via SSL verschlüsselt synchronisieren können.

Führen Sie den folgenden Befehl aus, um ein neues Verzeichnis anzulegen und in dieses zu wechseln:

sudo mkdir -p /var/www/{ssl,cloud} && cd /var/www/ssl

Damit auch der Benutzer Pi später Zugriff auf die Dateien hat, legen wir eine neue Gruppe an und fügen Pi hinzu:

sudo addgroup pi && sudo usermod -aG pi pi

Anschließend ändern wir die Rechte an den Ordnern:

sudo chown -R www-data:pi /var/www/cloud && sudo chown -R pi:pi /var/www/ssl && sudo chmod -R 775 /var/www/cloud && sudo chmod -R 770 /var/www/ssl

Mit dem folgenden Befehle erstellen Sie nun ein SSL-Zertfikat, welches Sie selbst signieren:

sudo openssl req -x509 -nodes -days 9999 -newkey rsa:2048 -keyout cloudssl.key -out cloudssl.crt

Bei Nachfragen bezüglich eines "Challenge-Passwords" können Sie sich ein Passwort ausdenken und mit [Enter] bestätigen. Als "Common Name" können Sie Ihren Hostnamen (z.B. meinecloud.twodns.de) angeben. Sonstige Felder können Sie per einfachen Druck auf [Enter] leer lassen.

Anschließend nehmen wir die richtige Konfiguration für PHP vor, um sicherzustellen, dass auch große Dateien problemlos hochgeladen werden können. Führen Sie dafür den folgenden Befehl aus, der eine für Sie vorbereitete Datei von unserer Website zu Ihnen herunterlädt:

sudo wget -q -O /etc/php/7.0/fpm/conf.d/user.ini - https://eigene-cloud-einrichten.de/getPHPINI

Starten Sie nun den Webserver und PHP neu:

sudo service nginx restart && sudo service php7.0-fpm restart

3.3.6 MySQL-Datenbank einrichten

Wir werden nun noch eine MySQL/MariaDB-Datenbank einrichten.

a. Falls Sie bereits oben ein Datenbank-Passwort gesetzt haben, geben Sie in der Kommando-Zeile Ihres Raspberry Pis den nachfolgenden Befehl ein, und setzen Sie an Stelle der eckigen Klammern das von Ihnen zuvor festgelegte Datenbank-Passwort ein. Wichtig: Die eckigen Klammern bitte in allen folgenden Beispielen auch ersetzen bzw. entfernen!

sudo mysql --user=root --password="[IHR DATENBANK-PASSWORT]" mysql

Sie sollten jetzt ein "MariaDB >" (oder ähnlich) sehen können. Fahren Sie ab "Fortfahren:" fort.

b. Falls Sie noch kein Datenbank-Passwort gesetzt haben, geben Sie zunächst folgenden Befehl ein:

sudo mysql -u root mysql

Wählen Sie nun ein sicheres Passwort für Ihren Datenbank-Benutzer, und ändern Sie es mit dem folgenden Befehl:

UPDATE mysql.user SET password = password('IHR-DATENBANK-PASSWORT') WHERE user='root';

Als nächstes aktualisieren Sie die Benutzer-Einstellungen:

flush privileges;

Fortfahren: Zunächst erstellen wir eine neue Datenbank, den Namen können Sie aus Buchstaben, Zahlen und Unterstrichen beliebig wählen, merken Sie ihn sich jedoch. Folgender Befehl ist dazu notwendig, bestätigt wird mit [Enter]:

CREATE database [DATENBANK-NAME, z.B. cloud_db];

Anschließend erstellen wir einen neuen MySQL-Benutzer und gewähren ihm alle Rechte auf die Datenbank. Dafür müssen Sie sich einen Benutzernamen und im nächsten Schritt ein MySQL-Benutzer-Passwort ausdenken. Ergänzen Sie diese in den Befehlen:

GRANT ALL PRIVILEGES ON [DATENBANK-NAME, WIE IM KOMMANDO ZUVOR FESTGELEGT].* TO '[MYSQL-BENUTZER-NAME]'@'localhost'

[Enter] drücken und anschließend folgendes eingeben und mit [Enter] bestätigen:

IDENTIFIED BY '[MYSQL-BENUTZER-Passwort]';

Kommt jetzt die Meldung "Query OK" haben Sie die Datenbank und den Benutzer korrekt eingerichtet. Bitte merken Sie sich alle Daten, da Sie sie später noch einmal benötigen werden. Mit [Strg]+[C] schließen Sie das Programm.

Wichtig: In unregelmäßigen Abständen, sollten Sie Ihren Raspberry Pi aktualisieren, um Sicherheitslücken zu schließen.

Jetzt sind wir mit dem ersten Teil des Tutorials fertig...

3.3.7 Cloud-Software

...fehlt nur noch die Installation einer Cloud-Software. Dafür haben wir verschiedene Programme zusammengetragen. Rufen Sie den Link auf, um sich dort für ein Programm zu entscheiden. Per Klick auf "Tutorial" bei der jeweiligen Software finden Sie eine Anleitung, wie diese Software einzurichten ist.

Sie wissen nicht für welche Cloud-Software Sie sich entscheiden sollen? Dann empfehle ich Ihnen die Installationsanleitung für die Nextcloud, die direkt auf diesem Tutorial aufbaut.

Ähnlich aufgebaut ist ein Owncloud-Ableger, die Nextcloud. Folgen Sie unserem Nextcloud Tutorial, um stattdessen die Software zu installieren.

3.4 Alternativen

Sollten Sie sich gegen einen Raspberry Pi entschieden haben, etwa weil Sie einen Cloud-Server mit noch besserer Performance benötigen, habe ich hier ein paar Alternativen für Sie zusammengestellt.

1. Fertige Cloud-Server

Fertig eingerichtete Lösungen richten sich in der Regel auch an Techniklaien und sind mit deutlich weniger Zeitaufwand eingerichtet. Ein besonders beliebtes Cloud-System - für das Sie allerdings zusätzlich eine Festplatte kaufen müssen - sehen Sie rechts.

Mehr über NAS-Systeme und fertige Server Hardware für Ihre Cloud gibt es in dem Server Hardware Vergleich. Dort finden Sie eine Vielzahl von Geräten im Vergleich.

2. Online Cloud-Hoster

Sie möchten keinen eigenen Server zu Hause stehen haben, der rund um die Uhr laufen soll? Dann ist vermutlich eine Online-Lösung das richtige. Dropbox & Co. sind jedoch amerikanische Unternehmen und ermöglichen Ihnen außerdem nur begrenzte Einstellungsmöglichkeiten. Aus diesen Gründen können Sie auch eine recht kostengünstige Alternative wählen: einen sicheren Cloud-Hoster.

Suchen Sie dazu aus dieser Cloud-Hoster-Übersicht einen Hoster aus. Nach der Einrichtung Ihrer eigenen Cloud können Sie diese in der Regel über einen deutschen Webserver nutzen. Der Webserver steht nicht bei Ihnen zu Hause, dafür verlangt der Hoster jedoch geringe Gebühren für den Webspace.

4. Fazit zur eigenen Cloud

Wie Sie sehen gibt es mehrere Möglichkeiten eine eigene Cloud einzurichten. Sie können dafür einen eigenen, kleinen Server wie etwa den Raspberry Pi* oder eine andere Hardware kaufen. Mit der hier veröffentlichten Anleitung ist es auch nicht allzu schwer, so eine Cloud einzurichten.

Eine andere Möglichkeit ist das Verwenden eines Cloud-Hosters. Sie kaufen quasi Speicherplatz im Web und richten dort dann Ihre Cloud ein. Häufig wird Ihnen die Einrichtung dort abgenommen.

Letztendlich entscheiden jedoch Sie, wie Sie Ihre eigene Cloud einrichten wollen.

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