FTP-Server einrichten und synchronisieren

Logo von FTPboxDie Lösung FTPbox habe ich Ihnen bereits vorgestellt. Nun soll es darum gehen, wie Sie sich selbst einen (S)FTP-Server einrichten können und diesen anschließend zur Synchronisation mit FTPbox verwenden können.

Wir setzen für diese Anleitung bereits eine eingerichtete SSH-Verbindung voraus. Dies wird bei fast allen Webservern der Fall sein, die Sie über ein Terminal erreichen können. Bei unserem Raspberry Pi (siehe Tutorial) ist dies bereits der Fall. Wenn Sie von überall auf Ihre Dateien zugreifen wollen, sollten Sie sich mit dynamischem DNS einen weltweit gültigen Host einrichten, wie es im Raspberry Pi-Tutorial beschrieben wurde.

Hinweis: SFTP unterscheidet sich von dem normalen FTP. Es läuft, statt über das FTP-Protokoll über eine verschlüsselte Shell-Verbindung. Da FTPbox auch mit SFTP funktioniert und dieses für Sie vermutlich leichter einzurichten ist, verwenden wir diesen Standard in dem Tutorial.

1. Benutzer einrichten

Zuerst erstellen wir einen neuen Benutzer mit einem eigenen Homeverzeichnis. Dort werden wir später die Dateien ablegen. Führen Sie den folgenden Befehl in der Konsole Ihres Servers (z. B. Raspberry Pi) aus:

sudo adduser ftp

Sie werden nun nach einem Passwort gefragt, welches Sie sich selbst ausdenken können. Geben Sie dieses anschließend erneut an. Nachfragen nach Ihrem Namen oder anderen Daten brechen Sie einfach durch mehrmaliges Drücken der Enter-Taste ab.

Öffnen Sie nun die SSH-Konfigurationsdatei im Editor:

sudo vi /etc/ssh/sshd_config

Scrollen Sie mit den Pfeiltasten nach ganz unten. Drücken Sie [Einfg] um in den Bearbeitungsmodus zu wechseln. Nun können Sie mit [Enter] zwei Leerzeilen einfügen und anschließend den folgenden Code abtippen:

Match User ftp
  ChrootDirectory /home/ftp
  ForceCommand internal-sftp

Damit schränken wir die Rechte des Nutzers etwas ein. Drücken Sie [Esc] und geben Sie ":wq" ein, um die Änderungen zu speichern und die Datei zu schließen.

Die Änderungen werden mit einem Neustart des SSH-Dienstes aktiv:

sudo service ssh restart

Um den SFTP-Nutzer in einem Verzeichnis einzusperren führen Sie bitte noch die folgende Befehlskette aus:

sudo chown root /home/ftp && sudo chmod go-w /home/ftp && sudo mkdir -m ug+rwX /home/ftp/dateien && sudo chown ftp:ftp /home/ftp/dateien

2. Sicherheit erhöhen

Installieren Sie anschließend noch ein Paket, welches fehlerhafte Login-Versuche loggt und gegebenfalls IPs für eine gewisse Zeit sperrt:

sudo apt-get install fail2ban

3. FTPbox verwenden

Wählen Sie unter Downloads die Version für Ihr System aus. Bisher ist FTPbox noch in der Beta-Phase und funktioniert daher womöglich noch nicht auf allen Betriebssystemen.

Sobald Sie die Datei heruntergeladen haben, können Sie diese installieren. Starten Sie das Programm nach der abgeschlossenen Installation, um es zu konfigurieren.

Screenshot von der FTPbox (Einrichtung)Im Rahmen des Setups müssen Sie auch die FTP-Einstellungen anpassen.

Wählen Sie "SFTP" und "Normal" aus. Bei Host geben Sie entweder die lokale IP-Adresse oder, wenn bereits eingerichtet, Ihren Host des dynamischen DNS-Dienstes beispiel.dyndns.de an. Beachten Sie bitte, dass Sie in letzterem Fall für Ihren Router eine Portfreigabe von Port 22 erteilen müssen.

Als Benutzername wählen Sie "ftp" und geben das von Ihnen zuvor festgelegte Passwort ein.

Anschließend werden Sie nach einem Synchronisationsordner auf Ihrem PC gefragt. Suchen Sie sich einen Ordner aus, dessen Dateien mit dem FTP-Server synchronisiert werden sollen.

Danach legen Sie den Ordner auf dem Server fest. Wählen Sie den Ordner "dateien" aus.

Nun kann es losgehen. Dabei werden zunächst alle Dateien, die sich in dem Synchronisationsordner auf Ihrem Rechner befinden, hochgeladen. Sobald Sie Änderungen vornehmen, werden diese ebenfalls unmittelbar via FTP übermittelt.

Die FTPbox ist damit fertig für Ihr System eingerichtet.

4. Über mobile Geräte zugreifen

Auch von einem Smartphone aus können Sie ganz einfach auf Ihren FTP-Server zugreifen und die Dateien betrachten oder herunterladen.

iOS-Nutzer können dafür beispielsweise den FTPManager* in der Free-Version verwenden. Wer noch mehr Funktionen benötigt, kann auch auf den FTP Client Pro* zurückgreifen. Zwar kostet dieser knapp unter 3 € hat aber viele positive Bewertungen bekommen und kann mit tollen Zusatz-Features punkten.

Benutzer mit Android-Smartphones sind mit dem kostenlosen AndFTP ganz gut bedient. Im Play Store finden sich ebenfalls kostenpflichtige Pro-Versionen, wie etwa FtpCafe Pro.

Für Windows Phone-Nutzer bietet sich die Applikation "File Manager" an. Diese ist kostenpflichtig, kann aber nicht nur Dateien auf dem FTP-Server, sondern auch die Dateien des eigenen Geräts verwalten.

Noch mehr Applikationen für die einzelnen Betriebssysteme haben wir hier für Sie zusammengetragen.

Mit dem Durchsuchen der jeweiligen App-Stores nach "ftp" werden Sie vermutlich auf weitere interessante Applikationen stoßen. Sie sollten nur darauf achten, dass diese SFTP unterstützen.

5. Fertig

Ihr Ordner wird nun mit einem oder mehreren PCs synchronisiert und Sie können via Tablet oder Smartphone auf Ihre Dateien zugreifen. Der eigene FTP-Server mit FTPbox macht die Cloud-Alternative möglich.

Und das beste: Sie können dafür auch einen einfachen Webhoster mit Webspace verwenden. Dieser sollte allerdings entweder SFTP oder FTPS unterstützen, um Dateien zu Ihrer Cloud verschlüsselt übertragen zu können.

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